Montag, 27. Juli 2015
War Jesus der gottgesandte Messias?
In seinen Jüdischen Altertümern berichtet der römisch-judische Geschichtsschreiber Josephus über den Tod des Apostels Jakobus, der im Jahre 62 n. Chr. auf Geheiß des damaligen Hohepriesters Aranus in Jerusalem gesteinigt wurde. Was großen Unmut im Volke auslöste, weil man ihn für einen "Gerechten" hielt.
Die Erwähnung dieses Ereignisses ist insofern von besonderer Bedeutung, weil Josephus von "Jakobus, den Bruder von Jesus, den sie Messias nannten" spricht. Zwar entstanden die Jüdischen Altertümer erst im Jahre 94 n.Chr., aber Josephus lebte die ersten 30 Jahre seines Lebens (von 37 n.Chr. bis 67 n.Chr.) in Jerusalem. Und somit dürfte gewisse eigene Kenntnisse über die Jerusalemer Gemeinde gehabt haben.
Wir haben es hier also mit einem frühen außerbiblischen Beleg der Existenz Jesu und seiner messianischen Sendung zu tun, was auch von den meisten modernen Forschern so gesehen wird.
Die Frage, die offenbleibt, ist natürlich ob Er nun auch wirklich der Messias war, wie es im Neuen Testament durchgängig behauptet wird. Auch dazu gibt es eine Stelle bei Josephus, aber sie gilt als umstritten. "Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Taten und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Er war der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tag wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorherverkündigt hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort. "
Man unterstellt dem Historiker Eusebios (4. Jahrhundert n. Chr.), dass er sie in den Text eingefügt haben soll. Und in der Tat mutet der Satz:: "Er war der Christus" für einen nicht-christlichen Juden schon etwas seltsam an. Andererseits wäre eine solche Einfügung - zumindest aus heutiger Sicht - eine redaktionelle Bearbeitung, die einer Täuschung gleichkäme. Und dies möchte ich dem Eusebios dann doch nicht unterstellen.
Wie dem auch sei, letztendlich muss jeder selber herausfinden, ob Jesus der gottgesandte Messias war oder nicht. Aus eigener Erfahrung möchte ich bezeugen, dass ich 1985 durch eine Lebensübergabe an Jesus zu Gott gefunden habe. Die ganze dramatische Geschichte kann man hier lesen: Im Banne des Bösen
Samstag, 18. Juli 2015
Jesus im Alten Testament
Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich (Johannes 8,58)
Ich denke, dass man diese Bibelstelle kaum anders verstehen kann, als dass hier Jesus von sich selber sagt, dass er schon vor Abraham existiert hat. Eine für die Juden damals erstaunliche und ketzerische Aussage, denn das Leben eines Menschen begann - nach jüdischer Auffassung - mit seiner Zeugung.
Jesus gab hier somit zu verstehen, dass er kein Mensch im eigentlichen Sinne war sondern eine Präexistenz im Himmel hatte. Aber gibt es dafür im Alten Testament irgendwelche Hinweise?
Im Buch Josua stoßen wir auf eine erstaunliche Begebenheit:
"Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen und sah: und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, und sein Schwert war gezückt in seiner Hand. Da ging Josua auf ihn zu und sagte zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?
Diese Stelle ist wirklich erstaunlich, denn die Anbetung eines Engels wäre einem frommen Israeliten wie Josua wohl kaum in den Sinn gekommen. Außerdem hätte er ihn wohl kaum als "Herr" angeredet. Zudem der Verweis auf den heiligen Boden, wie bei der Gottesbegegnung des Mose ("brennender Dornbusch" - 2. Mose 3 )
Persönlich denke ich, dass diese Stelle ein ziemlich klarer Hinweis auf Jesus ist.
Im Buch Daniel wird im 11. Kapitel von einer großen Erscheinung berichtet:
"Ich war tot, und siehe ich bin lebendig ...", wer anders als Jesus kann damit gemeint sein? Was sich dann übrigens im weiteren Verlauf des Buches bestätigt.
Ich persönlich gehe davon aus, dass Daniel - genau wie Josua zuvor - tatsächlich eine Jesus-Erscheinung gehabt hat. Bevor er auf der Erde geboren wurde.
Und auch in der folgenden nächtlichen Vision des Daniel kann kann ich eigentlich nur Jesus erkennen:
Ich denke, dass man diese Bibelstelle kaum anders verstehen kann, als dass hier Jesus von sich selber sagt, dass er schon vor Abraham existiert hat. Eine für die Juden damals erstaunliche und ketzerische Aussage, denn das Leben eines Menschen begann - nach jüdischer Auffassung - mit seiner Zeugung.
Jesus gab hier somit zu verstehen, dass er kein Mensch im eigentlichen Sinne war sondern eine Präexistenz im Himmel hatte. Aber gibt es dafür im Alten Testament irgendwelche Hinweise?
Im Buch Josua stoßen wir auf eine erstaunliche Begebenheit:
"Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen und sah: und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, und sein Schwert war gezückt in seiner Hand. Da ging Josua auf ihn zu und sagte zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?
Und
er sprach: Nein, sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN;
gerade jetzt bin ich gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde
und huldigte ihm und sagte zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem
Knecht?
Da sprach der Oberste des Heeres des HERRN zu Josua: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig! Und Josua tat es." (Josua, 5,13-15)Diese Stelle ist wirklich erstaunlich, denn die Anbetung eines Engels wäre einem frommen Israeliten wie Josua wohl kaum in den Sinn gekommen. Außerdem hätte er ihn wohl kaum als "Herr" angeredet. Zudem der Verweis auf den heiligen Boden, wie bei der Gottesbegegnung des Mose ("brennender Dornbusch" - 2. Mose 3 )
Persönlich denke ich, dass diese Stelle ein ziemlich klarer Hinweis auf Jesus ist.
Im Buch Daniel wird im 11. Kapitel von einer großen Erscheinung berichtet:
"Und am 24. Tag des ersten Monats, da war ich am Ufer des großen Stromes, das ist der Hiddekel. Und
ich erhob meine Augen und sah: Und siehe, da war ein Mann, in Leinen
gekleidet, und seine Hüften waren umgürtet mit Gold von Ufas.
Und
sein Leib war wie ein Türkis und sein Gesicht wie das Aussehen eines
Blitzes. Und seine Augen waren wie Feuerfackeln und seine Arme und seine
Füße wie der Anblick von glatter Bronze. Und der Klang seiner Worte war wie der Klang einer Volksmenge.
Aber
nur ich, Daniel, allein sah die Erscheinung. Die Männer, die bei mir
waren, sahen die Erscheinung nicht; doch fiel eine große Angst auf sie,
und sie flohen und versteckten sich.
Und
ich blieb allein übrig und sah diese große Erscheinung. Und es blieb
keine Kraft in mir, und meine Gesichtsfarbe veränderte sich an mir bis
zur Entstellung, und ich behielt keine Kraft.
Und
ich hörte den Klang seiner Worte. Und als ich den Klang seiner Worte
hörte, lag ich betäubt auf meinem Gesicht, mit meinem Gesicht zur Erde.
Und siehe, eine Hand rührte mich an und rüttelte mich auf, so dass ich wieder auf meine Knie und Handflächen kam. Und er sprach zu mir: Daniel, du vielgeliebter Mann!
Achte auf die Worte, die ich zu dir rede, und steh an deinem Platz!
Denn ich bin jetzt zu dir gesandt. Und als er dieses Wort mit mir
redete, stand ich zitternd auf." (Daniel 10, 3-11)
Theoretisch könnte dies auch eine Engelerscheinung gewesen sein, aber vergleicht man diesen Text mit der Begebenheit aus Offenbarung 1, so wird klar um wen es sich wohl gehandelt haben dürfte:
Ich, Johannes, euer Bruder und Mitteilhaber an der Bedrängnis und am Königtum und am Ausharren in Jesus1, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.
Ich war an des Herrn Tag im Geist, und ich hörte hinter mir eine laute Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es den sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea!
Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete, und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter,
und
inmitten der Leuchter einen, gleich einem Menschensohn, bekleidet mit
einem bis zu den Füßen reichenden Gewand, und an der Brust umgürtet mit
einem goldenen Gürtel,sein Haupt aber und die Haare waren weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser, und
er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging
ein zweischneidiges, scharfes Schwert hervor, und sein Angesicht war,
wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft.
Und
als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine
Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und
der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.
Schreibe nun, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird " (Offenbarung 1,9-19)Ich persönlich gehe davon aus, dass Daniel - genau wie Josua zuvor - tatsächlich eine Jesus-Erscheinung gehabt hat. Bevor er auf der Erde geboren wurde.
Und auch in der folgenden nächtlichen Vision des Daniel kann kann ich eigentlich nur Jesus erkennen:
"Ich
sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den
Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der
uralt war, und wurde vor ihn gebracht.
Der
gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so
vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und
vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende." (Daniel 7, 13 -14)
Persönliches Fazit: Ich denke, dass an den in den Text eingefügten Bibelstellen deutlich wird, dass Jesus eine Vorexistenz im Himmel und eine sehr hohe Stellung bekleidet hat. Und sie kurzfristig aufgegeben hat, um uns Menschen zu erlösen. Paulus drückte dies so aus:
"Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.
Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters" (Philipper 2, 6-8)Mittwoch, 6. Mai 2015
Gottes Plan und freier Wille
Der obige Bibelvers im Bild steht im Buch Daniel im Rahmen einer Prophetie, die Daniel vom Engel Gabriel erhält.
Wenn man die Prophetien im Buch Daniel liest, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. So wird zum Beispiel zu Beginn des 11. Kapitels exakt das Leben und Wirken Alexander des Großen (von Gabriel) vorhergesagt:
Aber jetzt will ich dir die Wahrheit mitteilen: Noch drei Könige werden in Persien auftreten; danach kommt ein vierter, der reicher wird als alle seine Vorgänger. Wenn er durch seinen Reichtum dann zu großer Macht gekommen ist, wird er alles gegen das Reich der Griechen aufbieten.
Dann wird ein
großer Held König werden und mit großer Macht herrschen. Er wird
durchsetzen, was er will.
Doch
auf dem Höhepunkt seiner Macht wird sein Reich zerbrochen und nach
den vier Himmelsrichtungen zerteilt werden. Es fällt aber nicht
seinen Nachkommen zu, und es ist auch nicht mehr so mächtig wie
unter seiner Herrschaft. Denn sein Reich wird zerrissen und wird
anderen gehören, die nicht mit ihm verwandt sind.
„Das ist nicht möglich. Das ist eine fingierte Prophetie“ , sagen die einen und unterstellen, dass das Buch Daniel erst geschrieben wurde, als Alexander der Große schon längst Geschichte war. Die Anderen sind beeindruckt von der präzisen Erfüllung der im Buch Daniel gegebenen Prophetien.
Solange es keine
nachweislichen Schriftfunde vom Buch Daniel aus dem 5.Jahrhundert vor
Chr. gibt, wird dies eine Glaubensfrage bleiben. Die einen
glauben, dass es ein Fake sei und die Anderen, dass Gott den Daniel
die Zukunft mitgeteilt hat. „Das ist nicht möglich. Das ist eine fingierte Prophetie“ , sagen die einen und unterstellen, dass das Buch Daniel erst geschrieben wurde, als Alexander der Große schon längst Geschichte war. Die Anderen sind beeindruckt von der präzisen Erfüllung der im Buch Daniel gegebenen Prophetien.
Ich finde in dem Zusammenhang aber interessant, dass die Bibel hier einerseits als den großen Lenker der Geschichte, der seine Pläne zur Ausführung bringt, darstellt, andererseits aber auch vom freien Willen des Menschen spricht. Denn über Alexander den Großen wird gesagt: Dann wird ein großer Held König werden und mit großer Macht herrschen. Er wird durchsetzen, was er will.
Aber dann heißt es: Doch auf dem Höhepunkt seiner Macht wird sein Reich zerbrochen und nach den vier Himmelsrichtungen zerteilt werden. Aus dem Gesamtzusammenhang wird klar, dass dieser Niedergang Alexanders ein Handeln Gottes war.
Persönlich bin ich überzeugt davon , dass Gott der Herr und Lenker der Geschichte ist und ER einen Plan hat, den Er bislang durchgeführt hat und auch weiter durchführen wird.
Und wie im Großen so auch im Kleinen. Ich glaube, dass ER auch die Einzelschicksale lenkt, unter Zulassung des freien Willens und des personifizierten Bösen (Satan +Dämonen).
Wir haben uns ja angewöhnt, den Menschen als das Maß aller Dinge zu betrachten. Aber manchmal kommt man an den Punkt der persönlichen Erschütterung … und das kann dann vielleicht - wie bei mir - der heilsame Schock sein, der zur Gotteserkenntnis führt:
(hier clicken)
Freitag, 13. Februar 2015
Ein erbarmungsloser Christen-Verfolger
Ein Mensch namens Paulus
Folge 2:
Die erste Erwähnung von Paulus – damals noch Saulus – fand im Zusammenhang mit der Steinigung des Christen Stephanus statt: „Und die Zeugen (der Steinigung) legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes mit Namen Saulus ... Saulus willigte in die Tötung ein“. Es scheint so, dass Saulus trotz seines jungen Alters im jüdischen Klerus schon einne hohen Rangbekleidete.
Mag er in der Stephanusgeschichte mehr als „Überwacher“ fungiert haben, so erlebte man ihn in derkurz darauf in stattfindenden Christenverfolgung schon wesentlich aktiver: „Saulus aber verwüstete die Gemeinde, indem er der Reihe nach in die Häuser ging; und er schleppte sowohl Männer als auch Frauen fort und überlieferte sie ins Gefängnis.“
In einer späteren Verteidigungsrede bestätigte er dies mit folgenden Worten: „Ich bin ein jüdischer Mann, geboren in Tarsus in Zilizien, aufgewachsen aber in dieser Stadt und mit aller Sorgfalt unterwiesen im väterlichen Gesetz zu Füßen Gamaliels, und war ein Eiferer für Gott. ...Ich habe die neue Lehre verfolgt bis auf den Tod; ich band Männer und Frauen und warf sie ins Gefängnis,“
Leider haben wir nur die Bibel, also die Apostelgeschichte des Lukas und die Paulus-Briefe, die auf den Christenverfolger Saulus verweisen. Aber ich würde vorschlagen, dies als eine historische Tatsache zu akzeptieren.
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Saulus – sicher gegen seinen Willen – mit seiner Einwilligung in den Tod des Stephanus und in der anschließenden Christenverfolgung erheblich zur Verbreitung der christlichen Lehre im damaligen Palästina beigetragen hat. Das aber aus dem hasserfüllten Christenverfolger Saulus der glühende Christusverkünder Paulus wurde, bedurfte es des sogenannten Damaskus-erlebnisses.
Folge 2: (hier clicken)
Freitag, 30. Januar 2015
Ein Mensch namens Paulus
" Denn das müsst ihr wissen, liebe Geschwister: Das Evangelium, dass ich verkünde, ist nicht menschlichen Ursprungs. Ich habe dies Botschaft ja nicht von einem Menschen empfangen und wurde auch nicht von einem Menschen darin unterwiesen, nein, Jesus Christus hat sie mir selber offenbart.“
Während Gregorius, der Älteste der Gemeinde, weiter vorlas, drifteten die Gedanken des jungen Nikomedes ab … vor seinem inneren Auge sah er wieder jenen kleinen, unscheinbaren Mann in ihr kleines Dorf kommen und ihn in der Synagoge predigen.
Wie hatten die Augen jenes Mannes geleuchtet, als er ihnen von seiner Jesus-Erscheinung auf dem Weg nach Damaskus(Damaskuserlebnis: hier clicken) erzählt hatte. Er, Nikomedes, hatte mit ungläubigem Staunen zugehört und auch gesehen, wie hart jener Mann namens Paulus von einigen Juden attackiert worden war . Einen Lügner und Verräter hatten sie ihn genannt. Und er hatte dagestanden und einfach geschwiegen.
Tag für Tag war jener Paulus wiedergekommen, hatte von dem Glauben an den auferstandenen Jesus gelehrt und sie aufgefordert sich zu Ihm zu bekehren.
Eines Tages hatte er sich ein Herz gefasst und ihn draußen vor der Synagoge einfach angesprochen: „Sag, Paulus, die Geschichte mit der Erscheinung von Jesus auf dem Weg nach Damaskus. Stimmt die wirklich?“ Paulus hatte ihn überrascht angeschaut und dann ganz ruhig geantwortet: „Ja, sie stimmt wirklich. Gott ist mein Zeuge!“
An diesem Tag hatte Nikodemes sich zu Jesus bekehrt. Ein Wendepunkt in seinem Leben. Und dann hatte er erlebt, dass es wirklich stimmte, was jener Paulus lehrte. Seit jenem Tag erlebte er in vielen grossen und kleinen Dingen die Begleitung und Gegenwart Gottes. Jetzt wusste er aus eigener Erfahrung, dass Jesus wirklich der Weg zu Gott war.
Gewiss, eine von mir erfundene Geschichte, die sich aber so oder ähnlich in einer kleinen galatischen Stadt abgespielt haben könnte. Denn auf seiner ersten Missionsreise (hier clicken) hatte der Apostel Paulus jene Gegend (heutige Türkei) durchquert und das Evangelium vom auferstandenen Jesus verkündet.. Und später dann auch jenen berühmten Galaterbrief geschrieben.
Was in diesem Brief wirklich beeindruckt ist mit welcher Radikalität Paulus da zur Sache ging. Offensichtlich waren anderen Lehren in der Gemeinde aufgetaucht und Paulus sah sich zu einem Machtwort genötigt: „Wer immer euch ein anderes Evangelium bringt – und sei es ein anderer Apostel oder sogar ein Engel vom Himmel - … der sei verflucht!“
Härter ging es kaum! Aber wollte man ihm wirklich Rechthaberei vorwerfen, wenn er doch tatsächlich, wie er behauptete, sein Evangelium direkt vom auferstandenen Jesus empfangen hatte?
Wer war dieser Mensch Paulus? Ein Scharlatan oder ein wirklich persönlich von Jesus Berufener? Was erfahren wir aus der Apostelgeschichte und den Briefen über ihn? Wer war jener doch etwas rätselhafte Mensch, der massgeblich zur Verbreitung des christlichen Glaubens im ersten Jahrhundert beigetragen hat?
Montag, 13. Oktober 2014
Die Leiden von König Nebukadnezar und des jungen T.
Inwieweit sich die im Buch Daniel geschilderten um den neubabylonischen König Nebukadnezar (605 - 565 v. Chr.) wirklich so zugetragen haben, lasse ich mal dahingestellt. Es spricht Einiges für die These, dass hier Fakten und Fiktion miteinander vermischt wurden.
Dies aber tut dem vermittelten Lehrinhalt keinen Abbruch. Im Gegenteil! Sehr schön wird herausgearbeitet, dass Hochmut (Hybris) vor dem Fall kommen kann. Und das dies mitunter recht schnell gehen kann.
König Nebukadnezar, der mächtigste Mann seiner Zeit, hatte ein beunruhigendes Erlebnis: „ Ich, Nebukadnezar, hatte Ruhe in meinem Hause und lebte zufrieden in meinem Palast. Da hatte ich einen Traum, der erschreckte mich, und die Gedanken, die ich auf meinem Bett hatte, und die Gesichte, die ich gesehen hatte, beunruhigten mich.“
In dem Traum geht es – auf den Punkt um einen überaus prächtigen früchtetragenden Baum, der von einem aus dem Himmel herabsteigenden Engel gefällt wird. Seine Ahnung, dass der Traum mit ihm selber etwas zu tun haben könnte, trog ihn nicht. Der herbeigeholte Prophet Daniel redete Klartext: „ergeht es als Ratschluss des Höchsten über meinen Herrn, den König : Man wird dich aus der Gemeinschaft der Menschen verstoßen und du musst bei den Tieren des Feldes bleiben, und man wird dich Gras fressen lassen wie die Rinder und du wirst unter dem Tau des Himmels liegen und nass werden, und sieben Zeiten werden über dich hingehen, bis du erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will.
Nun verhält es sich ja meist so mit den Menschen: Eine soche Ankündigung macht einen erst mal furchtsam und „demütig“. Aber wenn dann nichts passiert, denkt man, dass es vielleicht doch nur ein schlechter Traum ohne grössere Bedeutung gewesen sein könnte. Was ja oft auch stimmt. Aber in diesem Falle aber nicht
„Denn nach zwölf Monaten, als der König auf dem Dach des königlichen Palastes in Babel sich erging, hob er an und sprach: Das ist das große Babel, das ich erbaut habe zur Königsstadt durch meine große Macht zu Ehren meiner Herrlichkeit.
Ehe
noch der König diese Worte ausgeredet hatte, kam eine Stimme vom
Himmel: Dir, König Nebukadnezar, wird gesagt: Dein Königreich ist
dir genommen, man wird dich aus der Gemeinschaft der Menschen
verstoßen und du sollst bei den Tieren des Feldes bleiben; ...
Im
gleichen Augenblick wurde das Wort erfüllt an Nebukadnezar, und er
wurde verstoßen aus der Gemeinschaft der Menschen“ Aber das Ganze hatte wie von Daniel angekündigt ein Happy-End: Nach dieser Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen auf zum Himmel, und mein Verstand kam mir wieder und ich lobte den Höchsten. Ich pries und ehrte den, der ewig lebt, dessen Gewalt ewig ist und dessen Reich für und für währt,
gegen
den alle, die auf Erden wohnen, für nichts zu rechnen sind. Er
macht's, wie er will, mit den Mächten im Himmel und mit denen, die
auf Erden wohnen. Und niemand kann seiner Hand wehren noch zu ihm
sagen: Was machst du?
Die
sieben von Gott verordneten Leidensjahre machten auch Nebukadnezar
einen besseren Menschen und Herrscher. Denn er hatte erkannt, das ihm
Alles nur gegeben worden war und er diesem wahren Herrscher
des Himmels
Respekt schuldete.
Eine
nette historische Anekdote ohne realen Bezug? Mir fällt dazu eine
Geschichte ein, die ich mehr oder weniger aus erster Hand habe. Und
zwar handelt es sich dabei um einen Glaubensbruder aus meiner
Anfangszeit als Christ. Ich nenne ich mal Tobias. Er war ein
umsichtiger Hauskreisleiter, einfühlsamer Seelsorger und ein
glücklicher Ehemann. Trotz seiner jungen Jahren (zu Recht) beliebt
und anerkannt in der Gemeinde.
Tobias
war mit seiner Frau Sabine bei einem bekannten christlichen Prediger
zu Besuch gewesen und in einer gemeinsamen Gebetszeit hatte jener
Prediger plötzlich ein Bild vor Augen: Er sah einen prächtigen
Baum, der aber keine Früchte trug. Und er sagte dies zu Tobias,
verbunden mit folgender Ankündigung: „Du bist der prächtige Baum.
Aber du bringst keine Früchte. Und deshalb wird Gott großes Leid
über dich kommen lassen, damit du eines Tages viel Frucht bringst!“
Einige
Monate später verbrachten Tobias und Sabine ihren Sommerurlaub in
Jugoslawien. Auf der Rückreise passierte es dann. In einer Kurve
fuhr Tobias einfach geradeaus und der Wagen stürzte eine Böschung
hinunter. Wie durch ein Wunder überlebten beide unverletzt. Aber
eine lange Leidensgeschichte nahm ihren Anfang.
Wie
sich herausstellte war bei Tobias eine seltene Krankheit
ausgebrochen. Er hatte gelegentliche Blackouts.
Und
konnte sich anschließend an nichts mehr erinnern. Ich selbst
Augenzeuge eines solchen Vorfalls. Mitten in einer kleinen internen
Andachtsrede verstummte Tobias auf einmal und starrte apathisch ins
Leere. Als er wieder zu Bewusstsein kam, konnte er sich an das
Vorgefallene nicht erinnern. Das war wirklich „gespenstisch“ und
erschreckend zugleich .
Die
Ärzte stellten Tobias auf den Kopf ohne die Ursache für diese
seltsamen Blackouts herausfinden zu können. So blieb ihm nichts
Anderes übrig, als mit diesem Handikap
erst einmal bis auf Weiteres zu leben.
Ich
verlor ihn kurz darauf aus den Augen, weil ich aus der Stadt fortzog
und auf eine Bibelschule ging. Aber einige Zeit später war ich mal
zu Besuch in der Gemeinde und sah Sabine alleine im Gottesdienst
sitzen. Nachher sprach ich sie an und fragte, was mit Tobias sei.
Ihre Antwort schockte mich: „Wir sind nicht mehr verheiratet. Er
ist irgendwo anders hingezogen und will dort ein neues Leben
beginnen!“ Ich schaute sie fragend an: „Ja, ich habe ihn
verlassen. Ich kann einfach nicht mit einem Mann leben, der seinen
Kontrollverlust einfach nicht akzeptieren kann.“
Nun,
ich wollte in dieser Sache nicht weiter nachbohren. Aber sie tat mir
Leid, denn ich wusste, dass sie Tobias wirklich geliebt hatte und mit
Sicherheit eine solche Entscheidung sich nicht leicht gemacht hatte.
Und mir schauderte leicht vor dem Schicksal von Tobias. Wie im Bild
vom Baum und dem Prediger angekündigt war schweres Leid in sein
Leben gekommen.
Ich
weiss nicht, wie diese Geschichte weitergegangen ist. Aber Gott macht
keine Fehler. Und was ER sich vorgenommen hat führt er auch aus. Und
so gehe ich auch davon aus, dass Tobias eines Tages die fehlenden
Früchte
am Baum getragen hat oder tragen wird.
Samstag, 9. August 2014
Raus aus dem Versteck!
Und sie hörten die Stimme Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des HERRN, mitten zwischen den Bäumen des Gartens. Und Gott, der HERR, rief den Menschen und sprach zu ihm: "Wo bist du?"
Da sagte er: "Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich." (1. Mose 3)
Ich erinnere mich an einen sonderbare Begebenheit aus meiner Jugend. Als meine Eltern und ich nach Hause kamen begrüßte uns unsere Boxerhündin „Lady" – entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit – nur kurz und schlich dann mit gesenktem Kopf an der Wand entlang. Ein wandelndes schlechtes Hundegewissen!
Als wir dann ins Wohnzimmer kamen, staunten wir nicht schlecht. Mitten auf dem Teppich lag ein aufgeplatztes rohes Ei. Offensichtlich hatte „Lady“ dieses Ei mit der Schnauze aus dem Kühlschrank geholt und es dann rüber transportiert. Eine beachtliche Leistung! Aber noch beachtlicher fand ich die offensichtliche „Sündenerkenntnis“. Sie wusste, dass sie Mist gebaut hatte und fürchtete nun die Strafe. Die natürlich - wohl zu ihrer Erleichterung - ausblieb!
Nachdem Adam und Eva im Paradies vom verbotenen Baum der Erkenntnis gegessen hatten, wussten sie auch instinktiv, dass sie „Mist„gebaut hatten. Und sie versteckten sich vor Gott, instinktiv die Folgen ihrer Tat befürchtend. Aber ein schlechtes Gewissen ist kein sanftes Ruhekissen … und so mag Adam vielleicht sogar erleichtert gewesen sein, als er Gottes Stimme ihn rufen hörte: „Adam, wo bist du?“ Und er tat in diesem Moment das einzig Richtige, er kam aus dem Gebüsch heraus und stellte sich mit deiner Schuld vor Gott!
Die Strafe Gottes fiel drastisch aus, … Verlust aller paradiesischen Privilegien und am Ende des Lebens wartete nun der Tod …aber es war auch ein Neuanfang. Es ging nun unter veränderten Bedingungen weiter.
Auch heute noch verbergen sich Menschen mit ihrer Schuld vor Gott. Aber wenn an einen der Ruf ergeht: „…, wo bist du?“ ist es das Beste, aus dem Versteck hervorzukommen, egal, ob einen nun ein Strafgericht erwartet oder nicht. Es gibt auf jeden Fall einen Neuanfang!
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